18.05.2017

Permanente Hektik - vom Gefühl zu wenig Zeit zu haben


In Zeiten, in denen "Burn-Out" als Volkskrankheit gilt und sogar schon bei Jugendlichen diagnostiziert wird, ist das Zitat des 32. US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt

Nie zuvor hatten wir so wenig Zeit, um so viel zu tun
Franklin D. Roosevelt (1882-1945)

ohne Frage aktuell: Einschulung im Alter von knapp 5 1/2, Abitur in 12 statt 13 Jahren, Bachelor- und Masterstudium innerhalb der vorgesehenen 6 bzw. 10 Semester absolvieren und zwischendurch viele 100 Instagram-, Twitter- oder Facebook-Kommentare pro Tag liken und teilen sowie unzählige WhatsApp-Nachrichten umgehend beantworten.

Im Berufsleben angekommen stresst einen dann die ständige Erreichbarkeit wie beispielsweise die Beantwortung geschäftlicher Mails und Anfragen während der Urlaubs- oder Freizeit. Hat man doch ein wenig Zeit zwischendurch, erinnert einen der Fitness-Tracker daran, dass man noch deutlich zu wenige Schritte gegangen ist. Die "höher - schneller - weiter-Mentalität" unserer Tage lässt einem kaum Zeit zum Luftholen. Zwar gibt es viele wissenschaftliche Artikel oder auch Betriebsvereinbarungen zum Thema "work-life-balance", wirklich gelebt wird dies aber nur selten.

Interessant ist aber, dass Roosevelt von 1882 bis 1945 lebte. Also scheint die Zeit bereits in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu knapp und Zeitmanagement ein Thema gewesen zu sein - auch ohne Smartphones und die damit einhergehende ständige Erreichbarkeit.

Prioritäten setzen und öfter mal "Nein" sagen sind meine persönlichen Werkzeuge gegen das Hamsterrad. Das ist zugegeben nicht immer leicht und auch nicht in jeder beruflichen oder familiären Situation möglich. Aber objektiv betrachtet muss nicht jeder Auftrag, jedes Anliegen umgehend bearbeitet werden - ohne dass ein Schaden entsteht oder man selbst oder andere Nachteile in Kauf nehmen müsste. Wie viele "brandeilige" Aufgaben wurden oder werden umgehend erledigt, um dann in der Schublade des Auftraggebers zu verstauben?

Im Gegenzug muss man allerdings akzeptieren, dass auch die eigenen Anliegen beim Gegenüber möglicherweise nicht die gleiche Priorität genießen, wie bei einem selbst. Da hilft es, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und die Dinge gelassener zu sehen - was im Übrigen meist deutlich schwerer ist!

» Pressemitteilung der Uni Freiburg zum Thema

» mehr über Franklin D. Roosevelt

Autor: Anke Fähnrich


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