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Labor Blog

12.04.2017

Was ist Bildung im Informationszeitalter?


Das Internet mit seiner unendlichen Datenfülle verleitet viele Menschen dazu zu glauben, dass man alles nachschlagen kann, sich eigentlich nichts mehr merken muss und das selbständige Denken auch weitgehend einstellen kann. Das ganze hat aber mehrere Pferdefüße: die gefundenen Informationen können veraltet, falsch oder bewusst manipuliert sein!

Vor diesem Hintergrund finde ich das folgende Zitat des bekannten Fernsehmoderators Günter Jauch sehr treffend:


Bildung lässt sich nicht downloaden.
Günter Jauch (*1956)

Mit veralteten und (un)bewusst veröffentlichten falschen Informationen muss man im Internet genauso rechnen, wie wenn man eine andere Person etwas fragt. Ein aktuell immer größer werdendes Problem sind aber bewusste Falschinformationen oder Neudeutsch "Fake News", die sich besonders leicht von jedermann (oder sogar automatisiert per "social bot") über soziale Medien zu den unterschiedlichsten Zwecken verbreiten lassen.

Ich würde aber nicht in erste Linie die sozialen Medien, sondern die Menschen dafür verantwortlich machen, die oft leider viel zu Vieles einfach so glauben, ohne es kritisch zu hinterfragen.

Bildung heißt in diesem Zusammenhang für mich, dass ich verschiedene Quellen hinzuziehe, mit Personen diskutiere und dann versuche, die Quellen zu bewerten und mir eine (eigene!) Meinung zu bilden. Dazu gehört aber genauso, dass ich zu bestimmten Themen keine Meinung habe, weil ich sie mir aus den zur Verfügung stehenden Informationen nicht bilden kann oder erhebliche Zweifel habe. Das ist allemal besser, als irgendetwas nachzuplappern, das mir jemand anderes in den Mund legen will.

Oder anders formuliert: Eine falsche Information wird nicht richtiger, je öfter ich sie irgendwo lese ...

—> Spiegel-Interview mit Günter Jauch (20.03.2009)

Autor: Dr. Torsten Beyer


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