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Labor Blog

30.03.2017

Wider die "Aufschieberitis"


Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt unter seinem Pseudonym Mark Twain, ist den meisten durch seine Reiseberichte und Jugendbücher, die ganze Generationen begeister(te)n, ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass er einen scharfzüngigen zum Sarkasmus neigenden Humor besaß.


Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.
Mark Twain (1835-1910)

Mit diesem Ausspruch trifft er auch heute noch ins Schwarze. Wer hat noch nicht am Abend vor der Klausur oder Prüfung bis spät in die Nacht gelernt oder 30 Minuten vor Abgabeschluss die Ausarbeitung noch schnell beendet. Kaum eine Uni, die nicht regelmäßig eine "Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" anbietet. Es gibt Unmengen von Ratgebern zum Thema Zeitmanagement und immer wieder bis zuletzt ausgereizte oder verstrichene Deadlines. - Die Liste könnte man beliebig weiterführen, von der Steuererklärung bis zur Dissertation.

Manch einer kann ohne Deadline gar nicht arbeiten. "Ich mache das morgen/später/gleich" gehört wohl zu den Sätzen, die jeder gerne anwendet, aber niemand gerne hört.

Kompliziert oder auch ärgerlich wird die "Aufschieberitis", wenn nachgeschaltete Stellen auf das Ergebnis der immer wieder aufgeschobenen Arbeit angewiesen sind oder zur Erfüllung ihrer Aufgaben Antworten auf Rückfragen benötigen, aber immer wieder vertröstet werden. Das gilt nicht nur für das Berufsleben, sondern genauso im privaten Bereich. - Nichts nervt mich mehr, als wenn mir mehrmals Termine zugesagt wurden und diese immer wieder verschoben oder vergessen werden.

Nicht umsonst steht Zuverlässigkeit ganz oben auf der Skala der Softskills, die von Mitarbeitern oder Bewerbern erwartet werden. - Und seien wir mal ehrlich, auch im privaten Bereich neigen wir dazu, die Unzuverlässigen früher oder später aus unserem Freundeskreis auszusortieren.

Wir sollten also froh sein, dass es die letzte Minute gibt, die uns dazu zwingt, unsere Arbeit fertig zu stellen. Nehmen wir uns doch einfach vor, das nächste Mal früher anzufangen und nicht alles auf den "letzten Drücker" zu erledigen... und beschäftigen wir uns demnächst mit dem Sprichwort des römischen Dichters Ovid: "Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert."

Autor: Anke Fähnrich


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