Unsere Seite auf

Labor Blog

09.03.2017

Sind Computer wirklich nutzlos?


Konrad Zuse baute in den 1940er Jahren den ersten universell programmierbaren Computer Z3 - eine technische Revolution, die nicht überall Begeisterung auslöste.


Computer sind nutzlos. Sie können nur Antworten geben.
Pablo Picasso (1881-1973)


Diese Ansicht des Malers Pablo Picasso aus dem Jahr 1946 war zur damaligen Zeit sicher verbreitet. Heute - 70 Jahre später - findet man sie in Büchern und im Internet oft unter der Rubrik "die größten Irrtümer und Fehlprognosen der Weltgeschichte". Kein Wunder, hat sich doch die Computertechnologie in den letzten Jahrzehnten so rasant entwickelt, dass man befürchten muss, sie überholt sich noch selbst. Kaum einer - mich eingeschlossen - kann sich heutzutage ein Leben ohne Computer, Smartphone oder Tablet vorstellen.

Mittlerweile können Computer auch weitaus mehr als Antworten geben. Sie dienen uns als Terminplaner, Kommunikationsmittel oder Bibliothek, um nur einige Anwendungsmöglichkeiten zu nennen. Sie bewältigen in kürzester Zeit Unmengen von Daten und komplexe Algorithmen, werten Analysen aus und erleichtern so unseren (Arbeits-)Alltag in vielerlei Hinsicht.

Allerdings verleiten uns Computer und andere technischen Hilfsmittel auch dazu, weniger nachzudenken, zu überlegen oder sich Dinge nachhaltig zu merken. Man kann ja alles schnell "googeln".

Außerdem sind sie bis heute nicht in der Lage, Dinge kritisch zu hinterfragen, Visionen zu entwickeln, sich eine eigene Meinung zu bilden oder Verantwortung zu übernehmen. Ohne diese Fähigkeiten aber ist Wissenschaft, Forschung und Fortschritt wenn überhaupt nur schwer möglich.

Nutzlos sind Computer also nicht. In dieser Hinsicht hat sich Picasso tatsächlich geirrt! Vielleicht könnte man nach heutigen Erkenntnissen das Zitat folgendermaßen umformulieren:

Computer sind geistlos. Auch wenn sie uns Antworten geben.


Autor: Anke Fähnrich


—> Kommentieren


Abonnieren:

Empfehlen: