06.03.2017

Überschriften versus Schlagzeilen - der feine Unterschied!


Bei meiner täglichen Nachrichten-Recherche versuche ich nicht nur interessante, möglichst alle Themenbereiche unseres Nachrichtenmagazins abdeckende Neuigkeiten und Forschungsergebnisse zu finden. Genauso wichtig ist es, einer Nachricht eine treffende, auf den Text eingehende und neugierig machende Überschrift zu geben. Nicht immer ist das in der Originalquelle in einer Form gelungen, die unseren Ansprüchen genügt. Oftmals sind die Überschriften unverständlich, irreführend oder schlichtweg reißerisch.

Meinen persönlichen "Aufreger der Woche" möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: "Tod von zehn Kindern: So gefährlich ist Homöopathie wirklich", titelte jüngst ein großes deutsches Nachrichtenmagazin auf seiner Website. In dem Artikel ist zu lesen, dass in den USA "eventuell mehrere Kinder an einem homöopathischen Medikament auf der Basis der Schwarzen Tollkirsche, Belladonna, gestorben" seien. Im Text wird dann die Frage aufgeworfen, ob Ähnliches auch in Deutschland passieren könne. Im nächsten Satz wird dies verneint und im weiteren Verlauf des Textes auf den nächsten, das Thema Homöopathie betreffenden, Artikel verwiesen. Verwundert bis belustigt kann man dort in gleicher Aufmachung lesen: "Homöopathie kann nicht funktionieren: Sie basiert auf völlig überholten Erkenntnissen". In diesem Artikel erfährt man - so man es nicht vorher schon wusste -, dass in vielen als wirksam beschriebenen Verdünnungen nachweislich kein einziges Molekül des Wirkstoffs mehr vorhanden und damit die Homöopathie ein großer Hokuspokus sei.

Sicher wurde und wird der genannte Artikel sehr häufig angeklickt, denn mit derartigen Überschriften werden hohe Klickraten erzielt, was für Werbekunden, die Banner oder Textanzeigen auf der Detailseite der Nachricht schalten, natürlich interessant ist. Schade ist, dass dem Informationsgehalt des Textes offensichtlich deutlich weniger Bedeutung beigemessen wurde. Es wird zum Beispiel weder angegeben, welche Präparate gefährlich sind, noch welche Konzentration an Belladonna sie enthalten oder in welchem Umfang sie verabreicht wurden. Dieses Ungleichgewicht findet sich leider zunehmend im Nachrichten-Dschungel. Scheinbar ist es im Zuge des Nachrichten- und Informationsüberangebots insbesondere im Internet notwendig geworden, sich auf Boulevard-Niveau von der Konkurrenz abzuheben. Erste Tendenzen in dieser Richtung sieht man leider auch schon in der Laborbranche oder bei beruflich genutzten sozialen Netzwerken.

ANALYTIK NEWS hat den Anspruch, dass der Informationsgehalt unserer Nachrichten und Beiträge deutlich im Vordergrund steht. Dazu denken wir auch länger über eine Überschrift nach, wägen ab, ob - und wenn ja, wie - sie angepasst werden sollte. Wir denken, dass uns das in den meisten Fällen gelingt und Sie sich hoffentlich nicht fragen müssen, warum Sie eine Überschrift überhaupt angeklickt haben. Sollten wir doch mal daneben liegen, lassen Sie uns das gerne wissen.

Autor: Anke Fähnrich


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