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Labor Blog

09.02.2017

Analytische Chemie - ein Definition als Aphorismus


Eine wie ich finde sehr schöne und treffende Beschreibung, was analytische Chemie überhaupt ist, liefert unser Zitat der Woche aus einer Pressemeldung anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Zeitschrift "Angewandte Chemie", die wir hier am 11.01.2013 veröffentlicht haben:


Analytische Chemie ist eine Wissenschaft am Rande des Nichts.
Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger (*1939)


Die Analytik strebt nach immer geringeren Nachweisgrenzen durch immer bessere und empfindlichere Nachweisverfahren wie beispielsweise ICP-MS oder PCR-Techniken. Leider führen diese Verbesserungen aber regelmäßig zu Fehlinterpretationen und Falschmeldungen in der Tagespresse, weil hier oft das Verständnis für die "Wissenschaft" fehlt.

Wenn wir heute bessere Analysenverfahren haben und damit immer geringere Spuren von Verunreinigungen nachweisen können, heißt das nicht, dass früher alles besser war. Eher konnte man früher derart geringe Konzentrationen noch gar nicht nachweisen oder hat vielleicht gar nicht danach gesucht, weil der Stoff damals noch als unbedenklich galt. Solche Meldungen lassen die Chemie dann immer schlechter da stehen, als sie ist!

Immer empfindlichere Analysenverfahren am "Rande des Nichts" bedeuten auch, dass die Probenvorbereitung, die Fehlerbetrachtung und die Bestimmung von Blindwerten noch sorgfältiger durchgeführt und kritischer betrachtet werden müssen, um sinnvolle und valide Ergebnisse zu erhalten.

Autor: Dr. Torsten Beyer


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