04.11.2016

Mit "bionischem Spinat" Sprengstoff aufspüren


Forschern des Massachusetts Institute of Technologies (MIT) ist es gelungen, Kohlenstoff-Nanoröhrchen in Spinatpflanzen einzuschleusen, mit deren Hilfe man Sprengstoff im Boden bzw. Grundwasser nachweisen kann. Das funktioniert so, dass die aromatischen Nitroverbindungen (Pikrinsäure) des Sprengstoffs in die Nanoröhrchen transportiert werden und hier mittels einer speziellen Polymerverbindung zu einer fluoreszierenden Verbindung reagieren, die das Vorhandensein des Sprengstoffs beweist. Mit verschiedenen Modifikationen könnten so auch andere Chemikalien oder Giftstoffe im Boden nachgewiesen werden.

Der Leiter der Studie Michael Strano ist begeistert darüber, dass auf diese Weise die "Kommunikationsschranke zwischen Pflanzen und Menschen überwunden wurde". So könnten uns bionische Pflanzen möglicherweise zukünftig mitteilen, dass sie "Hunger" haben und Dünger brauchen - oder eben nicht, um so Überdüngung zu vermeiden.

Die Suche nach Spreng- oder Schadstoffen dagegen hört sich zwar ganz praktisch an, da man so verhindern könnte, dass z.B. Wohngebiete auf dem belasteten Boden entstehen. Aber macht es nicht mehr Sinn, Verschmutzungen des Bodens und des Grundwasser im Vorfeld zu vermeiden? Haben wir nicht deutlichen Mehrwert von einer unbelasteten Umwelt, als von Pflanzen, die uns "sagen", dass hier mal wieder jemand gepfuscht oder seine Abfälle günstig entsorgt hat?

Schön, dass uns Pflanzen zukünftig dabei unterstützen, Umweltsünden aufzudecken und dann hoffentlich auch zu beheben. Besser wäre meiner Meinung nach, in Aufklärung und verbessertes Umweltbewusstsein zu investieren, so dass wir bionische Pflanzen - wie auch bereits möglich - zur Energieerzeugung einsetzen, oder den Spinat einfach essen.

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Autor: Anke Fähnrich


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