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18.03.2016

Pilotstudie zu Plastik in der Umwelt vorgestellt


Pro Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastik in die Meere, mehr als 80 Prozent davon über Flüsse. Untersuchungen, wie sie das Umweltbundesamt in der Donau durchgeführt hat, sind Pionierarbeiten und bisher noch die Ausnahme in Europa. Bislang steht man bei der Identifizierung von Quellen, bei europaweit vergleichbaren Daten und einheitlichen Messmethoden erst am Anfang. "Eine EU-weit koordinierte Vorgehensweise zur Reduktion von Plastik in der Umwelt ist dringend notwendig", erklärt Kienzl, stellvertretender Geschäftsführer des Umweltbundesamtes Österreich.

Pilotstudie an der Donau

In der österreichischen Studie, die 2015 unter der Leitung des Umweltbundesamtes, gemeinsam mit BOKU und ViaDonau im Auftrag des BMLFUW und der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien durchgeführt wurde, wurden neue Maßstäbe gesetzt, insbesondere hinsichtlich Umfang und Methodik . Sie ist europaweit die erste Studie, bei der die Probensammlung systematisch quer über Breite und Tiefe eines Flusses erfolgte und damit erstmals eine realistische Frachtabschätzung ermöglicht. Dafür musste von der Universität für Bodenkultur eine geeignete und wiederholbare Methodik entwickelt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass jährlich bis zu ca. 40 Tonnen Plastik via Donau über die österreichische Grenze transportiert werden. Der Großteil davon stammt aus diffusen Quellen.

Kunststoffe auch auf Fachtagung Re-source 2016

Bis Ende 2015 haben einige Hersteller den freiwilligen Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik in ihren Produkten angekündigt. Mit der Verabschiedung der "Plastiksackerl-Richtlinie" wurde im Frühjahr 2015 ein wichtiger Schritt zur europaweiten Eindämmung gesetzt. Kunststoffe sind auch ein Schwerpunkttehma bei der im 21. bis 22. April 2016 stattfindenden, länderübergreifenden Fachtagung Re-source 2016. Experten aus Deutschland Österreich und der Schweiz tauschen sich in München zu neuesten Forschungsergebnissen aus der Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft aus. Dem Thema Kunststoffe wird dort ebenfalls breiten Raum gegeben, insbesondere deren Bedeutung für eine Circular Green Economy.

Das Umweltbundesamt stellte bei der Konferenz "Polytalk" vom 16.-17. März in Brüssel die Pilotstudie "Plastik in der Donau" vor. Die Konferenz wird von Plastics Europe, dem Verband der Plastikhersteller organisiert und richtet sich an Entscheidungsträger aus der EU und den Mitgliedsländern, an Industrie, Wissenschaft und NGOs. "Der Dialog zwischen den verschiedenen Stakeholdern spielt eine wichtige Rolle, um das Problem Plastik in der Umwelt in den Griff zu bekommen. Das Umweltbundesamt liefert als unabhängige Experteneinrichtung mit Studien und Daten einen wichtigen Beitrag zur Diskussion und wertvolle Grundlagen für Entscheidungsträger", erklärt Karl Kienzl.

—> Link zur Studie

Quelle: Umweltbundesamt Österreich




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