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23.02.2016

Deutsche Chemiemanager wollen Risiken in der Rohstoffbeschaffung reduzieren


Das aktuelle Stimmungstief in der globalen Wirtschaft scheint sich auch auf die deutschen Chemiemanager auszuwirken: Die aktuelle CHEMonitor-Trendstudie von CAMELOT Management Consultants und CHEManager zeigt eine sinkende Zufriedenheit mit den Standortbedingungen in Deutschland. In Bezug auf die Geschäfts- und Beschäftigungsentwicklung bleibt die Prognose der Branchenexperten jedoch stabil. Handlungsbedarf sehen die Chemiemanager bei der Rohstoffbeschaffung: Eine Verbesserung des Marktwissens und die Reduzierung von Risiken zählen zu den Prioritäten in diesem Jahr.

Für das Trendbarometer von CHEManager und der Strategie- und Organisationsberatung CAMELOT Management Consultants werden zweimal pro Jahr über 200 Top-Entscheider der deutschen Chemieindustrie befragt. Bei der aktuellen Befragung bewerteten 80 Prozent der Top-Chemiemanager den Standort Deutschland mit "gut" oder "sehr gut". Mit deutlichen -8 Prozent gegenüber der letzten Befragung im Oktober 2015 ist die Standortzufriedenheit erstmals seit drei Jahren rückläufig. Trotz der negativen Entwicklung bei den Standortbedingungen bleibt die Geschäftsprognose der Branchenexperten im Vergleich zur vorangehenden Umfrage stabil: Mit 84 Prozent bzw. 74 Prozent der Befragten rechnen ebenso viele Chemiemanager wie im Oktober mit einem steigendem Umsatz bzw. Ergebnis für ihr Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten.

"Der aktuell weiter sinkende Ölpreis verbessert die Wettbewerbssituation der deutschen Chemieindustrie auf ein Niveau vergleichbar dem vor Beginn der Fracking-Welle in den USA. Auch wenn dies kurzfristig erfreulich ist, sollten sich Chemiemanager nicht in Sicherheit wiegen, denn langfristige Wettbewerbsvorteile lassen sich nur durch strukturelle Veränderungen erreichen", kommentiert Dr. Josef Packowski, Managing Partner bei CAMELOT Management Consultants, die Ergebnisse der 26. CHEMonitor-Befragung.

Rohstoffbeschaffung: Zuverlässigkeit wichtiger als Preis

Befragt nach Einflussgrößen bei der Rohstoffbeschaffung, die sich in den vergangenen Jahren auf den Unternehmenserfolg ausgewirkt haben, antwortete jeweils die Hälfte der Manager mit "rechtliche Auflagen und Vorschriften" (53 Prozent), "Ölpreis" (52 Prozent) oder "Rohstoffverfügbarkeit" (50 Prozent). In großen Unternehmen, die ihre Rohstoffe weltweit beschaffen, spielen darüber hinaus "geopolitische Entwicklungen" eine Rolle.

Unabhängig von der Unternehmensgröße ist für die befragten Chemiemanager Zuverlässigkeit (98 Prozent der Gesamtnennungen) wichtiger bei der Auswahl des geeigneten Lieferanten als der Preis (83 Prozent). Für die Entscheider in großen Unternehmen ist zudem die Compliance des Lieferanten ebenso wichtig wie der Rohstoffpreis.

Stärker denn je beschäftigt die Chemiemanager die Identifizierung von Risiken in der Beschaffung. "Intelligente, digitale Lösungen zur Unterstützung von Marktanalysen und Risiko-Monitoring werden zukünftig zum Pflichtprogramm eines jeden Chemieunternehmens gehören", sagt Dr. Sven Mandewirth, Partner bei CAMELOT. Dies bestätigt auch das Ergebnis der aktuellen CHEMonitor-Befragung: Danach wollen jeweils über 60 Prozent der Manager noch in diesem Jahr Maßnahmen für mehr Marktwissen über Rohstoffe und deren Anbieter sowie zur Abwehr von Risiken bei der Rohstoffbeschaffung umsetzen.
Gelassen sind die Umfrageteilnehmer bzgl. des Preisrisikos bei der Rohstoffbeschaffung. Neun von zehn Befragten gehen von moderat steigenden oder stabilen Rohstoffpreisen in den kommenden zwölf Monaten aus. 7 Prozent der Entscheider rechnen gar mit sinkenden Preisen für Spezialchemikalien, dem wichtigsten Rohstoff der deutschen Chemie.

Quelle: Camelot Management Consultants




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