09.11.2007
Über 100.000 Datensätze in Kristallstrukturdatenbank ICSD
Seit über 25 Jahren bietet die Kristallstrukturdatenbank ICSD (Inorganic Crystal Structure Database) Materialwissenschaftlern, Chemikern und Physikern Hilfestellung bei der Lösung von Problemen aus angewandter Forschung und Grundlagenforschung. Mit dem neuesten Release umfasst die Datenbank jetzt über 100.000 Datensätze, die es ermöglichen, die Qualität der Produkte und Produktionsprozesse zu sichern und zu verbessern. Die wertvollen Daten sind besonders hilfreich, z.B. bei der quantitativen Analyse unbekannter Materialien, der Identifizierung der Ursachen von korrosiven Prozessen während der Produktion oder der Analyse von Abfallprodukten.
ICSD ist die Referenzdatenbank für die anorganische Materialforschung und wird von FIZ Karlsruhe und dem National Institute for Standards and Technology (NIST), USA gemeinsam erstellt und produziert. Mit ihren mehr als 100.000 Datensätze vollständig bestimmter anorganischer Kristallstrukturen inklusive der Positionen aller Atome gibt ICSD den Forschern Einblick in das Innere von technologisch relevanten Materialien wie z.B. Supraleitern, feuerfesten Materialien (keramischen Oxiden) und intermetallischen Verbindungen. ICSD wird zweimal jährlich um insgesamt 6.000 Strukturen erweitert, zusätzlich werden ca. 4.000 – 6.000 Einträge pro Jahr nach neuestem Stand der Wissenschaft modifiziert. Neben den geometrischen Daten enthält ICSD die vollständigen bibliografischen Daten und erlaubt einen schnellen Zugriff auf die Originalpublikationen, z.B. mit dem Volltextvermittlungsservice FIZ AutoDoc.
FIZ Karlsruhe bietet die ICSD-Datenbank als integriertes Paket mit etablierter Such- und Analyse-Software für Windows™-basierte Rechner sowie als web-basierte Lösung an. Diese Softwarefamilie erlaubt es Anwendern, die Welt der anorganischen Materialien nach bestehenden Verbindungen zu durchsuchen und gleichzeitig unbekannte Regionen zu identifizieren und in diese vorzustoßen.
Zur Analyse der Kristallstrukturen stellt die Software ausgefeilte Visualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung und verschafft dem Anwender gleichzeitig die Möglichkeit die Daten in ICSD mit seinen experimentellen Daten, z.B. Pulverdiffraktogrammen, zu vergleichen.
Quelle: FIZ Karlsruhe
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