18.05.2005
Listen zu den Zusatzstoffen in Tabakprodukten veröffentlicht
"Mit der heutigen Veröffentlichung der Listen zu den Zusatzstoffen in Tabakprodukten schaffen wir erstmals Transparenz in diesem Bereich", erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast heute in Berlin. "Deutschland ist eines der ersten Länder in Europa, das die Rezepturen der Tabakindustrie öffentlich macht", so Künast.
Das Bundesverbraucherministerium habe eine Arbeitsgruppe unabhängiger Experten eingerichtet, die standardisierte Prüfverfahren für die toxikologische Bewertung der in der Liste aufgeführten Stoffe vorschlagen soll. Außerdem werde die Arbeitsgruppe eine Prioritätenliste erstellen, welche Zusatzstoffe vordringlich wissenschaftlich untersucht werden sollten.
Hersteller und Einführer sind gemäß § 5 der Tabakprodukt-Verordnung verpflichtet, bestimmte Informationen in Form von Listen über die verwendeten Zusatzstoffe vorzulegen. Nach § 5 Abs. 3 dieser Verordnung gibt das Bundesverbraucherministerium den Inhalt dieser Liste den Verbraucherinnen und Verbrauchern in geeigneter Weise bekannt. Dies geschieht heute erstmals mit der 1174 Seiten lange Liste, die Ihnen hier zur Verfügung steht. Die Liste ist unterteilt nach Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak und Feinschnitt. Die einzelnen Zusatzstoffe werden, nach Tabakprodukt-Marken sortiert, gemäß ihrer mengenmäßigen Verwendung in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Darüber hinaus werden für Zigaretten auch die Gehalte an Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid je Marke angegeben.
Ministerin Künast kündigte an, dass der Liste weitere Schritte folgen werden:
- in einem nächsten Schritt soll die Liste erweitert werden: auch der Verwendungszweck der einzelnen Zusatzstoffe soll aufgeführt werden.
- eine weitere Liste mit Zusatzstoffen und deren Verwendungszweck für Nicht-Tabakerzeugnisse (z. B. Mundstücke, Filter, Zigarettenpapier und -spitzen) ist geplant.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch die Verbrennung der Zusatzstoffe beim Rauchen gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen können. Zusatzstoffe wie z. B. Kakao, Honig, scheinen Geschmack, Aroma und die Bioverfügbarkeit von Nikotin zu beeinflussen. Es ist vorstellbar, dass damit die Reizwirkung verringert und die Akzeptanz bei den Verbrauchern, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, erhöht wird. "Jetzt werden wir systematisch die wissenschaftlichen Erkenntnisse auswerten", erklärte die Ministerin. Bevor rechtliche Maßnahmen getroffen werden könnten, müssten aber die Prüfungen abgeschlossen sein und wissenschaftlich abgesicherte Ergebnisse vorliegen.
Angesichts der Vielzahl der Stoffe sei die wissenschaftliche Bewertung national nicht allein zu schultern. Diese Aufgabe sollte auf europäischer Ebene (analog zu den Lebensmittelzusatzstoffen) durchgeführt werden. Deutschland werde sich deshalb für eine gemeinschaftsweite Bewertung des zusätzlichen Risikos durch Zusatzstoffe in Tabakerzeugnissen einsetzen. "Hier kann die einheitliche Methode, die von der in Deutschland eingerichteten Arbeitsgruppe vorgeschlagen werden soll, einen wichtigen Beitrag leisten", sagte die Ministerin.
Quelle: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
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