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Thema: Re: Fettsäurebeastimmung mittels GC-MS

Autor(in): Gunnar Weibchen am 03. Juli 2009 um 11:58:52

Antwort auf: Fettsäurebeastimmung mittels GC-MS eingetragen von D. Grueninger am 01. Juli 2009 um 08:52:53

Lieber Anwender,

generell werden bei dieser Anwendung die Fettsäuren derivatisiert und als Fettsäuremethylester (FAME) gemessen. Für die langkettigen Fettsäuren und zusätzlich aufgrund der Matrix aus Plasma (Maus, Ratte, Nematoden, etc ) sind hohe Säulentemperaturen, bzw die Möglichkeit zum Ausheizen der GC-Säule erforderlich, wodurch polare Säulen aufgrund ihrer geringeren Maximaltemperaturen ungünstig sind.

Die säulenchromatographische Trennung von Fettsäuren mit unterschiedlichem Molekulargewicht (also ohne die w-6 und w-9) Isomere gelingt oftmals sogar auf unpolaren Säulen, wie z. B. VF-5ms, recht gut in Abhängigkeit des Temperaturprogramms. Für die recht komplexe Trennung der Doppelbindungsisomere sind speziell optimierte Phasen sicher die beste Wahl. Dafür könnte sich beispielsweise eine Varian Select™ FAME gut eignen.

Die Detektion ist oftmals kompliziert, da die Verbindungen gleicher Kettenlänge (z.B. C18) bei ähnlicher Retentionszeit eluieren und da neben den Isomeren der Doppelbindungsposition noch cis- und trans-Doppelbindungsisomere und mehrfach ungesättigte Fettsäuremethylester in Realproben auffindbar sind.

Eine Detektion von Realproben mit FID in Plasma und der oben genannte Vielfalt ist sehr komplex, da eine Zuordnung nicht zweifelsfrei erreicht werden kann.

Bei eine Detektion mit Massenspektrometer und Elektronenstoß ist oftmals das Molekülion nur gering bis gar nicht zu erkennen (speziell im Plasma). Die Fragmentierung mehrfach ungesättigter FAME ist zudem noch sehr ähnlich, was die Zuordnung erschwert.

Daher ist eine weiche chemische Ionisierung (CI) zur Detektion des Molekülions und richtigen Zuordnung günstig. Besonders weiche Reagenzien für die chemische Ionisierung sind flüssige Lösungsmittel wie Methanol und Acetonitril, die in Ionenfallen einsetzbar sind. Mit Methanol ist das Pseudomolekülion (M+1) mit einer relativen Signalintensität im höheren Prozentbereich des Massenspektrums gut zur Quantifizierung geeignet. Bei Acetonitril werden ungesättigte FAME als Addukte ionisiert und es finden sich hohe relative Signale bei M+40 und M+54 im Massenspektrum, wodurch eine Zuordnung des Molekulargewichts auch bei Koelution in Matrix erheblich vereinfacht wird.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Tips ein paar Anregungen gegeben zu haben!

Schöne Grüße

Gunnar




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