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Thema: Re: Was ist bei der Beschaffung von Laborsspülmaschinen zu beachten

Autor(in): Roy Schneider am 12. Februar 2009 um 09:06:16

Antwort auf: Was ist bei der Beschaffung von Laborsspülmaschinen zu beachten eingetragen von Winfried Tatsch am 02. Februar 2009 um 09:39:15

Sehr geehrter Herr Tatsch,

Ihrem Beitrag habe ich mit großem Interesse gelesen. An einigen Stellen fehlt es an Sachlichkeit und klingt eher wie ein Werbeprospekt. Haben Sie selbst Praxiserfahrung oder eigene Versuche mit verschiedenen Reinigungssystemen durchgeführt? Ich bitte Sie, folgende Aspekte bei Ihrer Bewertung zu berücksichtigen.

Zu Punkt 4: Leistungsdaten
Die Pumpenleistung ist nicht alleine ausschlaggebend für eine hohe Reinigungsleistung. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Pumpenleistung, Verrohrung, Wagenankopplung, Art/Anzahl der Injektordüsen und Sprüharme. Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, was nützen 400 PS, wenn das Getriebe dafür nicht gebaut ist.

Zu Punkt 5: Optionen
Wenn das Reinigungsgut mittels rotierender Sprüharme gereinigt und gespült wird, ist ein ausreichender Pumpendruck kein hinreichender Beweis, dass die Sprüharme drehen. Bestimmte Betriebszustände, welche die Rotation der Sprüharme beeinflussen (z.B. blockierter Sprüharm, abgenutzter Sprüharmlager, fehlerhafte Ankopplung des Wagens, usw.), werden durch eine Überwachung des Pumpendrucks nicht erfasst. Bei bestimmten Anwendungen wurde nachgewiesen, dass die Reinigungsleistung auch von der Rotationsgeschwindigkeit der Sprüharme abhängt.

Zu Punkt 7: Ökologie/Ökonomie
Das Verfahren OXIVARIO wird angewandt zur Aufbereitung von Medizinprodukten, die mit Blut, Eiweiß usw. kontaminiert sind. Es wurde nachgewiesen, dass das Verfahren mit Wasserstoffperoxid die Kontamination selbst in engen Spalten (z.B. Gelenkbereich von Scheren/Zangen) deutlich besser entfernt als Verfahren ohne Wasserstoffperoxid. Ein hoher Pumpendruck ist für enge Spalten nicht ausreichend, vor allem dann nicht, wenn die Medizinprodukte als Schüttgut in Siebschalen aufbereitet werden.

Ihre Bedenken bzgl. Wasserstoffperoxid als Reinigungsmittel ist für mich nicht nachvollziehbar. Während der Aufbereitung in der Spülkammer des Reinigungsautomaten wird der Größte Teil des Wasserstoffperoxids aufgebraucht. Die Menge, die an Wasserstoffperoxid abgegeben werden, sind für das Abwassersystem unbedenklich.

Für den Bereich Labor und Pharma-Labor werden andere anwendungsspezifische Verfahren angewandt.

Ihre "Wahrheit", dass eine hohe Pumpenleistung Wasser, Prozesschemikalien und Energie einspart, widerspricht unseren Erfahrungen und Versuchsergebnissen. Eine hohe Pumpenleistung führt zu einem höheren Volumenstrom, erhöhtem Wasser-, Chemie- und Energiebedarf.

Zu Punkt 9:
Ich vermute, dass Sie unser Bedienfeld (Touchscreen) bei den größeren Reinigungsautomaten ansprechen. Die Glasscheibe des Touchscreens ist leicht abwischbar (Thema: Hygiene) und weist eine hohe chemische Resistenz auf. Tasten sind als mechanische Bauteile eher anfällig. Ein Bedienfeld mit Tasten ist nicht leicht abwischbar und neigt eher zur Verschmutzung, wie in der Küche allgemein festgestellt werden kann, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen,

Roy Schneider
Miele & Cie. KG, Gütersloh




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