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Thema: Re: Automatisierung der Neutralisationszahlbestimmung

Autor(in): Thorsten am 30. April 2008 um 13:36:38

Antwort auf: Automatisierung der Neutralisationszahlbestimmung eingetragen von Kerstin am 11. Februar 2008 um 10:06:44

Hallo Kerstin,

eine Anmerkung noch hierzu: Sofern ihr NUR Kraftstoffe, unlegierte Mineralöle etc. messen wollt, ist die Auswahl nicht so kritisch. Sofern ihr aber legierte (= additivierte) Mineralöle oder gar Syntheseöle bestimmen wollt, so sei gewarnt ! Die Gerätehersteller versprechen viel... halten können es aber in solchen Fällen nur wenige. Z.B. hochlegierte Öle - wie wir sie auch herstellen - lassen sich potentiometrisch nur dann erfassen, wenn das Gerät mit 2 Elektroden mißt. Hat das Gerät nur 1 Elektrode, läßt sich zwar die Potentialkurve aufnehmen, aber wo ist dann der Endpunkt ? Bedenke: die Additive des Öls REAGIEREN MIT !!! So kann es durchaus sein, daß die Potentialkurve 3 Umschlagspunkte aufweist, weil 3 verschiedene Additive bei 3 unterschiedlichen pH-Werten mit der KOH reagieren. Typische Kandidaten sind hier: alle Dialkyldithiocabamate und auch Dialkyldithiophosphate - sei das Kation nun auch Zn, Mo, Sb oder Bi... Selbst die aschefreien Verbindungen dieser Additive reagieren...
Weiterhin reagieren auch: TCP (Tricresylphosophat), Phosphit-Derivate, usw. Generell reagiert hier alles an Schmierölzusätzen, was auch potentiell ein H+ abspalten kann.
Meines Wissens läßt sich das nur umgehen, wenn man neben der Meßelektrode noch eine Referenzelektrode in der Meßlösung hat. Metrohm hat so was ! Mettler meines Wissens nicht (oder vielleicht inzwischen doch ?...)

Gruß
Thorsten




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