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Thema: Re: Re: Nitrosaminbestimmung in Kosmetika

Autor(in): Jörg Herrmann am 02. September 2005 um 11:55:10

Antwort auf: Re: Nitrosaminbestimmung in Kosmetika eingetragen von Ronald Jungmann am 01. September 2005 um 16:47:38

Sehr geehrter Herr Jungmann,
leider muss ich Ihrem Posting entschieden widersprechen. Beim Thema "Nitrosamine" in Kosmetika, der Gummiindustrie oder auch im Tabakrauch geht es um die erwiesenermassen kanzerogene und sehr stabile Verbindungsklasse der N-Nitrosamine vom Strukturtyp (R1,R2)-N-NO. Speziell in Kosmetika findet man gelegentlich das N-Nitrosodiethanolamin (NDElA) in Spuren, welches sich ebenfalls im Tierversuch als krebserregend erwiesen hat.

Nach dieser Klarstellung nun zur Frage von Frau Cron:

Leider gibt es keine "Universalmethode" zur Bestimmung von N-Nitrosaminen, dazu sind die physikalischen und chemischen Eigenschaften der einzelnen Verbindungen zu unterschiedlich. Darüber hinaus hängt die geeignete Methode der Probenvorbereitung stark von der Matrix ab (Salben werden z.B. anders aufzuarbeiten sein, als rein wässerige Lösungen). Für die Auftrennung und Detektion der N-Nitrosamine haben sich in den letzten Jahren vor allem chromatographische Verfahren (GC für die flüchtigen N-Nitrosamine und HPLC für die weniger flüchtigen wie z.B. NDElA) in Verbindung mit hochauflösender MS oder auch der Chemolumineszenzdetektion (Stichwort: Thermal Energy Analyzer) bewährt. Ich empfehle Ihnen also dringend einen Blick in die einschlägige Literatur, schon eine Google-Suche wird Ihnen eine Vielzahl an Fundstellen liefern. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Speziallabors, die Erfahrung mit dieser speziellen Analytik haben und Ihnen sicherlich bei Ihrem Problem helfen können.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Herrmann




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