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Thema: Re: Nitrosaminbestimmung in Kosmetika

Autor(in): Ronald Jungmann am 01. September 2005 um 16:47:38

Antwort auf: Nitrosaminbestimmung in Kosmetika eingetragen von Vera Cron am 25. August 2005 um 09:15:17

Hallo Vera Cron,
die Frage an sich irritiert mich schon etwas. Nitrosamine sind sehr temperaturempfindliche Verbindungen und damit schon bei Raumtemperatur nicht mehr stabil. In Kosmetika, die bei der Herstellung schon höheren Temperaturen ausgesetzt (60 - 90 C) sind, sind sie noch weniger stabil und damit nicht nachweisbar, weil nicht vorhanden. Selbst, wenn sie jemals als kurzlebiges Zwischenprodukt vorhanden gewesen sein sollten. Natürlich kann man mit den heutigen analytischen Methoden manchmal noch ein einzelnes Molekül nachweisen - doch wozu? In der selben Rezeptur finde ich dann aber ganz locker auch Schwermetalle wie Cd, Hg in geringsten aber nachweisbaren Mengen. Ich denke es wäre besser, den wahren Hintergrund dieser Fragestellung zu hinterfragen. Ansonsten empfehle ich, sich doch einmal mit der Chemie von Nitrosaminen, ihrer Herstellung und ihrer Stabilität usw. zu beschäftigen und die klinische oder physiologische Relevanz von Nanogramm-Mengen einer instabilen Verbindungsgruppe zu einer Gefährdung der Menschheit hochzuschaukeln.

P.S. ich bin Chemiker und habe selbst schon Nitrosamine hergestellt, bin also durchaus mit den Eigenschaften dieser Substanzgruppe vertraut.




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