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Thema: Re: Glasküvetten

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Autor(in): Dr. Roland Emmrich am 10.02.2012 um 18:30:15

Antwort auf: Glasküvetten eingetragen von anonym am 24.01.2012 um 11:19:15

Weder Kleben noch aus einem Stück!
Für die etwas ungenaueren Küvetten in der Schichtdicke und damit preiswerten, hat man früher ein passendes Glas-Lot verwendet. Man erkennt das oft an einer etwas milchigen oder weniger transparenten Nahtzone. Ob sich dies Technik heute noch lohnt, ist fraglich.

Sehr genaue Küvetten mit Mikrometer-Toleranzen und darunter erreicht man durch das sogenannte "Aushärten des optischen Kontaktes" ... eine ca. 50 Jahre alte Technologie! Dabei werden die Oberflächen der Teile sehr präzise geschliffen und poliert, so dass man diese "Ansprengen" kann, was vielleicht auch von Endmaßen bekannt ist. "Ansprengen" oder "deep optical contact" ist nichts anders als ein Vielzahl von Van-der-Waals-Bindungen von Oberfläche zu Oberfläche, was besonders gut bei Silikatgläsern und ihrer Wasseraffinität funktioniert, so dass dort viele OH-Gruppen und Wasser-Moleküle an der Oberfläche sind. Das an der Oberläche befindliche Si-O-Si-Netzwerk des Glases ist aufgebrochen und Bindungen dann mit OH Gruppen belegt, woran sich weiter Wasser-Moleküle anlagern können. So eine Oberfläche kann diese Van-der-waals-Wechselwirkung gut vermitteln. Dies hat zwar ein gewisse Festigkeit, ist aber nicht gegen Flüssigkeiten wie Lösungsmittel beständig.
Erhitzt man nun diese Teile mit einem bestimmten Ablauf ohne dass sie dabei Schmelzen und ihre Genauigkeit verlieren, so bildet sich vereinfacht geschrieben dieses ursprüngliche Netzwerk des Glases unter Abspaltung von Wasser zurück. Die Teile "verschweißen" ohne zu schmelzen.
Diese Verbindung ist dann wie aus einem Stück und sowohl gegen Lösungsmittel als auch Säuren usw. beständig.

Es gibt ne Reihe von Firmen auf der Welt, die so etwas machen.

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