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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

19.05.2016

Eppendorf AG Die Spitze des Eisbergs Teil 1: Wie Pipettenspitzen das Versuchsergebnis beeinflussen - Spitzensitz garantiert keine Genauigkeit

Muriel Art, Vincent Dufey, Ulrike Gast, Eppendorf AG


Die Tatsache, dass Pipettenspitzen auf einen Pipettenkonus passen, lässt keine Rückschlüsse auf die Pipettiergenauigkeit des Systems "Pipette und Spitze" zu. Um den Einfluss von Pipettenspitzen auf das Dosierergebnis zu ermitteln, wurde eine Studie mit Standardspitzen von 15 Wettbewerbern durchgeführt. Dabei zeigte sich ein dramatischer Einfluss der Spitzen auf das Pipettierergebnis. Die Norm ISO 8655:2002 empfiehlt, Pipette und Spitze vom selben Hersteller zu verwenden. Unsere Untersuchungsergebnisse belegen die Richtigkeit dieser Empfehlung sowie die Notwendigkeit einer Kalibrierung und gegebenenfalls Justierung, wenn Spitzen anderer Hersteller verwendet werden.

Viele wissenschaftliche Veröffentlichungen können durch andere Arbeitsgruppen nicht reproduziert werden. Im Allgemeinen wird den im Labor verwendeten Plastikartikeln ("Consumables"), wie Pipettenspitzen oder Reaktionsgefäßen, nur wenig Beachtung geschenkt. Die Folge sind durch z. B. inkorrekte Pipettiervolumina oder durch Leachables beeinflusste Analysenergebnisse. Dies kann dazu führen, dass Ergebnisse durch andere Arbeitsgruppen, die andere Consumables verwenden, nicht reproduziert werden können. Bezogen auf die Pipettenspitzen sind einige Probleme offensichtlich, z.B. die Notwendigkeit, Spitzen mit viel Druck aufzustecken, um einen dichten Sitz zu gewährleisten. Andere hingegen bleiben häufig unerkannt, wie z. B. eine verringerte Pipettiergenauigkeit bei Verwendung anderer als der vom Pipettenhersteller empfohlenen Spitzen.

Die ISO 8655:2002 beschreibt Pipette und Spitze als ein System, das eine zusätzliche Kalibrierung benötigt, wenn Spitzen anderer Hersteller verwendet werden sollen. Aber warum legt diese Norm einen so starken Fokus auf ein Produkt, das nach jeder Verwendung entsorgt wird? Die vorliegende Beitragsserie beantwortet diese Frage. Sie zeigt, dass Pipettenspitzen einen erheblichen Einfluss auf das Dosierergebnis haben, und benennt die wichtigsten Spitzenseitigen Einflussfaktoren.

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