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20.08.2015

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart Bisphenol F in Senf - wie kommt der Bisphenol A-ähnliche Stoff in die Würze?

Ulrike Kielmeier Kontakt, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart


Metallische Behälter für Lebensmittel, wie Konservendosen, Tuben und Getränkebehälter, sind zum Schutz des Lebensmittels vor dem Übergang von Metallen häufig im Inneren beschichtet. Zur Herstellung dieser Beschichtung werden Bisphenole und Bisphenolderivate eingesetzt. Nachdem Bis-phenol A (BPA) in der Öffentlichkeit aufgrund seiner endokrinen Wirkung in die Kritik geriet, suchen die Hersteller nach Ersatzstoffen. Für die dem BPA sehr ähnlichen (analogen) Stoffe liegen oftmals keine toxikologischen Bewertungen vor.

Das CVUA Stuttgart hat 16 Senftuben auf den Übergang von Bisphenol A und 16 weiteren Bisphenolderivaten und -analoga untersucht und ist dabei auf hohe Mengen an Bisphenol F (BPF) gestoßen.

Untersuchungsergebnisse

Insgesamt wurde der Senf von 16 Tuben untersucht, wobei 9 mittelscharfe, 5 scharfe bzw. extra scharfe und 2 süße Senfe vertreten waren.

Der Senf wurde mittels QuEChERS Methode aufgearbeitet und die daraus erhaltenen Extrakte mittels Ultra-Hochleistungs-flüssigkeits-Chromatographie-Massenspektrometrie (UHPLC-MS/MS) analysiert. BPF wurde in 11 Proben süßen und mittelscharfen Senf mit Gehalten zwischen 850 µg/kg und 6200 µg/kg ermittelt. Auffällig war, dass alle 5 Proben scharfen und extrascharfen Senfes keine oder nur geringe BPF-Gehalte von weniger als 35 µg/kg enthielten.

Unter den Proben befanden sich auch mittelscharfe und scharfe Senfe desselben Herstellers. Da davon auszugehen ist, dass der Hersteller gleichartige Tuben für die verschiedenen Produkte verwendet, sind die unterschiedlichen Befunde in scharfem und mittelscharfem Senf auffallend

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