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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

31.05.2013

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart Recyclingpapier - eine geeignete Lebensmittelverpackung?

Dr. Antje Harling, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart


Verpackungsmaterialien aus Altpapier enthalten unerwünschte Stoffe, welche die Lebensmittel verunreinigen können. Ein Forschungsprojekt lieferte umfangreiche Informationen über diese Stoffe und ihre mögliche Wanderung in die Lebensmittel.

Zusammenfassung

Aus Umwelt- und Kostengründen wird Papier heute zu über 70 % rezykliert und daraus z.B. Recyclingkarton hergestellt. 90 % der Faltschachtelkartons werden unter Zusatz von Altpapier produziert.("Wie aus Altpapier die Faltschachtel für meine Cornflakes entsteht"). Auch viele Kartons für Lebensmittelverpackungen bestehen aus Recyclingpapier. Sie enthalten unerwünschte Stoffe, die u.a. aus Druckfarben oder Klebstoffen in den Papierkreislauf gelangen. Im Rahmen des Projektes ("Ausmaß der Migration unerwünschter Stoffe aus Verpackungsmaterialien aus Altpapier in Lebensmitteln") wurden über 250 potentiell migrierende Substanzen in Recyclingkartons nachgewiesen. Weder die Rohstoffauswahl noch der Recyclingprozess scheinen den Gehalt an unerwünschten Stoffen auf ein akzeptables Maß reduzieren zu können. Für Mineralölkohlenwasserstoffe, Weichmacher und Druckfarbenbestandteile wurde bei Lagerversuchen eine Migration aus dem Recyclingkarton ins Lebensmittel nachgewiesen. Lebensmittel in Kartons vom Markt waren am Ende ihres Mindesthaltbarkeitsdatums deutlich mit Mineralölkohlenwasserstoffen, Weichmachern und Druckfarbenbestandteilen belastet. Die Einführung einer Kunststoffbarriere als Innenverpackung oder die Beschichtung des Kartons könnte eine Möglichkeit sein, welche die Migration auf ein unbedenkliches Maß reduziert.

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