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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

24.07.2012

Universität Halle-Wittenberg Institut für Chemie - Lebensmittelchemie und Umweltchemie Nachweis von Nitromoschusduftstoffen und deren Metabolite in Wasser und Sediment der Saale

Christian Albrecht Kontakt, Anita Trippler, Prof. Wilhelm Lorenz, Universität Halle-Wittenberg Institut für Chemie - Lebensmittelchemie und Umweltchemie


Moschus ist ein seit Jahrhunderten begehrter Rohstoff. Es handelt sich dabei um ein Sekret aus einer Drüse des männlichen Moschustieres, das einen charakteristischen starken Duft verströmt. Die traditionelle ostasiatische Medizin sagt dieser Substanz ein breites Spektrum an Wirksamkeiten nach und verwendet sie bis heute in zahlreichen Präparaten. In der Parfümerie ist der Moschusduft als sogenannte Basisnote von großer Bedeutung für die Komposition diverser Parfüms. Um an den begehrten Stoff zu gelangen, müssen die Tiere getötet und die Drüse entfernt werden. Extensive Jagd brachte das inzwischen praktisch weltweit unter Artenschutz stehende Moschustier an den Rand des Aussterbens, denn der Handel mit Moschus ist äußerst lukrativ. Schätzungen zufolge kann ein Kilogramm Moschus mit bis zu 50000 US Dollar gehandelt werden, wodurch es sogar wertvoller als Gold wird.

Aufgrund der enorm hohen Rohstoffpreise, der zunehmenden Bedeutung des Artenschutzes und einer zufälligen Entdeckung des deutschen Chemikers Albert Baur, ist natürlicher Moschus in der Parfümerie heutzutage fast vollständig durch künstlichen Moschus ersetzt worden. Baur stieß während seiner Forschungen zu einem effektiven Sprengstoff auf eine Substanz, die einen moschusähnlichen Duft verbreitete. Mehrere hochsubstituierte Nitrobenzolderivate wurden schließlich zur Klasse der Nitromoschusverbindungen (NMV) zusammengefasst. Es folgten drei weitere Klassen (polyzyklische, makrozyklische und alizyklische Moschusverbindungen), die sich zwar strukturell deutlich unterscheiden, aber alle einen moschusartigen Geruch aufweisen.

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