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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

22.04.2010

Universität Nizza-Sophia Antipolis, Faculte des Sciences Gaschromatographie huckepack auf einem Kometen

Prof. Uwe J. Meierhenrich Kontakt, Universität Nizza-Sophia Antipolis, Faculte des Sciences


Spektakuläre Fortschritte in der instrumentellen Analytik erlauben heute den Einsatz von GC/MS Geräten im Weltall. 2014 wird ein autonom agierendes enantioselektives GC/MS Instrument auf dem Kern des Kometen Tschurjumow Gerasimenko landen, die Ankunft eines ähnlichen Instrumentes auf dem Mars ist für 2018 in Vorbereitung.

Kometen sind Schweifsterne, die sich quasi unsichtbar am Rande unseres Sonnensystems aufhalten. Einige von ihnen - wie der Halleysche Komet - nähern sich gelegentlich der Sonne, wobei sie einen sichtbaren Schweif, ein Koma, entwickeln. Kometen wurden noch nie von Menschen betreten, auch ein Landegerät ist bislang nicht auf dem festen Kometenkern gelandet.

Von Kometen wird angenommen, dass deren fester Kern nicht nur aus Wassereis besteht, sondern organische Moleküle bei 10 K tiefgefroren quasi wie in einem Eisfach in sich aufbewahrt. Diese Moleküle konservieren für Astrophysiker gewichtige Informationen über den Anfang unseres Sonnensystems. Eventuell enthalten sie gar Informationen über die molekularen Ursprünge des Lebens auf der Erde. Dieser Gedanke erscheint nicht abwegig wenn man bedenkt, dass auch große Mengen des zum Leben erforderlichen irdischen Wassers ursprünglich aus Kometen stammen. Um Kometen diese faszinierenden Informationen zu entlocken, entwarf die Europäische Weltraumbehörde ESA das Rosetta-Programm, in dessen Rahmen 2004 eine Sonde mittels einer Ariane 5 Rakete erfolgreich in Richtung Kometen 67P/ Tschurjumow-Gerasimenko gestartet wurde. An Bord der Rosetta Sonde befindet sich ein am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau konzipiertes GC/MS, welches organische Verbindungen in dem Kometeneis aufzuspüren vermag. Es wird als das Cometary Sampling and Composition Experiment COSAC bezeichnet. Nach der chromatographischen Trennung organischer Analyten im Kometeneis wird ein neu konzipiertes Reflektron TOFMS für deren Identifizierung sorgen.

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