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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

04.06.2009

Hochschule Offenburg, Instrumentelle Analytik, Fakultät M+V Eine neue dünnschicht-chromatographische Methode zur Bestimmung von Melamin und Cyanursäure in Milch

Melanie Broszat Kontakt, Regina Brämer, Bernd Spangenberg, Hochschule Offenburg, Instrumentelle Analytik, Fakultät M+V


Melamin hat 2008 weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Kannten bis dahin nur Kunststoffchemiker diese Industriechemikalie, so müssen sich heute auch die Lebensmitteltechnologen damit herumschlagen. Melamin fand sich schon 2006 in einer aus China stammenden Lieferung von Weizengluten für Haustierfutter. Die Fütterung führte bei Katzen zum Tod durch Nierenversagen. Chemischen Laien bekannt wurde die erstmals 1834 von Justus von Liebig aus Kaliumthiocyanat und Ammoniumchlorid hergestellte Verbindung dann als illegaler Bestandteil in chinesischer Frischmilch.

Melamin (2,4,6-Triamino-1,3,5-triazin, auch als Cyanursäuretriamid bezeichnet) ist eine stickstoffreiche Verbindung, die einen hohen Proteingehalt in Milch vortäuscht, da zur Stickstoffbestimmung in Lebensmitteln weltweit die unspezifische Methode nach Kjeldahl benutzt wird. Diese kann nicht zwischen Melamin-Stickstoff und Protein-Stickstoff unterscheiden. So wird durch Melaminzugabe die Milch gehaltvoller und kann zu einem höheren Preis verkauft werden.

Das Pantschen von Lebensmitteln mit Melamin birgt gesundheitliche Gefahren. In saurer Umgebung, wie zum Beispiel in der Niere, wird Melamin in Cyanursäure (2,4,6-Trihydroxy-1,3,5-triazin) umgewandelt. Die Kombination beider Verbindungen schlägt sich in Form unlöslicher Kristalle nieder und kann die Funktion der Niere ganz erheblich stören. Diese für Nieren giftige Wirkung von Melamin führte 2008 in China zum Tode von sechs Säuglingen durch Nierenstein-Bildung. Rund 294.000 Kinder in China erkrankten.

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