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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

16.12.2008

Universität Leipzig, Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Leipzig Wissen und Wissenslücken zum Thema Hautpenetration von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln

Tilman Butz Kontakt, Universität Leipzig, Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Leipzig


In vielen Sonnenschutzmitteln werden Titandioxid (TiO2) Nanopartikel als physikalische UV-Filter verwendet. Der sogenannte Weiß-Effekt von TiO2 in Pigmentform, d.h. mit Partikelgrößen deutlich über 1 μm, der für den Verbraucher unerwünscht ist, verschwindet bei Nanopartikeln mit typischen Primärteilchengrößen um 20 nm. Die physikalischen Filter sind gegenüber chemischen UV-Filtern besser hautverträglich und ermöglichen Sonnenschutzfaktoren von bis zu etwa 60. Kristallines TiO2 ist photokatalytisch aktiv, d.h. durch Absorption von UV-Quanten werden Elektronen freigesetzt, die zur Oberfläche wandern können und dort Radikalreaktionen auslösen. Dieser Effekt wird z.B. bei der Abwasserreinigung verwendet, ist aber bei Sonnenschutzmitteln unerwünscht. Deshalb werden die Nanopartikel gecoated, d.h. z.B. mit einer amorphen Schicht aus SiO2 überzogen, die die freien Elektronen einfängt. Seit geraumer Zeit wird diskutiert, ob TiO2-Nanopartikel über die Haut in vitales Gewebe eindringen können.

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