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Mikrobiologische Grundlagenuntersuchungen und In-vivo-Wirksamkeitsstudien zur Optimierung der Hautantiseptik

Reichel, Mirja - Universität Hamburg (2010)


Die Hautflora ist intra- und interindividuell unterschiedlich dabei spielen verschiedene Faktoren für die Hautfloradichte eine entscheidende Rolle, die auch zum Beispiel im Studiendesign für Wirksamkeitsuntersuchungen für Antiseptika berücksichtigt werden sollten. Es konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeit von Antiseptika maßgeblich mit dem getesteten Hautareal und dessen physiologischer Beschaffenheit zusammenhängt. Die Art des Alkohols ist die wichtigste Einflussgröße für die Wirksamkeit der Hautantiseptika und n-Propanol in einer Konzentration von 89.5% erwies sich als die bestwirksame Alkohollösung. Die Stirn zeigte sich als geeignetes Areal für die Prüfung der Hautantiseptika. Mit dem optimierten Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass eine zu dem in Deutschland derzeit gültigen Referenzverfahren gleichwertige Reduktion bereits bei signifikant kürzeren Einwirkzeiten zu erreichen ist.

Studien zur Hautantiseptik mit nichtflüchtigen Langzeitwirkstoffen, wie z.B. Chlorhexidin liefern falschpositive Ergebnisse, wenn nicht sichergestellt ist, dass der Wirkstoff in vitro nach der Einwirkzeit neutralisiert wird. Die im Rahmen dieser Arbeit erhaltenen Ergebnisse zur Neutralisierungsvalidierung belegen, dass verschiedene Faktoren wie beispielsweise die Wahl der Mikroorganismen, die Standzeit der Lösung und die Verwendung von Trägermaterialien analog zu den Bedingungen im Wirksamkeitstest im Studiendesign zu berücksichtigen sind, damit valide Ergebnisse erzielt werden.

In den vorliegenden In-vivo-Untersuchungen mit einer chlorhexidinhaltigen Alkohollösung zeigte sich, dass Konzentrationen von 0,52% in Kombination mit dem optimierten Hautantiseptikverfahren zu einer signifikanten Hemmung der Rekolonisation der Hautflora für mind. 72h führten. Dies ist vor allem bei einer permanenten Durchtrennung der Hautbarriere (zum Beispiel bei Katheterisierung) von großer Relevanz, um den Patienten vor endogenen Infektionen zu schützen.

Auf Basis der Versuchsergebnisse dieser Arbeit ist nicht davon auszugehen, dass die Anwendung von Chlorhexidindicluconat zu einer veränderten Sensitivität von Hautbakterien (Staphylococcus spp.) gegenüber hBD3 führt und somit die Effektivität der hauteigenen Immunabwehr schwächt.


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