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Cholesterolbasiertes, flüssigkristallines System als Vehikel zur topischen Applikation

Berg, Janine - Christian-Albrechts-Universität Kiel (2013)


Die Haut ist mit einer Fläche von ca. 1,7 m² das größte Organ des Menschen und bietet sich zur Applikation von Arzneistoffen an. Je nach Wirkort wird dabei zwischen dermaler und transdermaler Therapie unterschieden (Trommer et al., 2006).

Bei der dermalen Therapie wird eine Wirkung im direkten Applikationsbereich (Epidermis oder Dermis) angestrebt. Folglich wird sie vorwiegend zur Behandlung von Hautkrankheiten genutzt. Die transdermale Therapie hingegen bietet eine gute Alternative zur oralen Applikation mit dem Ziel der Aufnahme in den Blutkreislauf und einer entsprechenden systemischen Wirkung (Horstmann et al., 2010). Durch Umgehung des first-pass-Effektes kann dabei eine reduzierte Metabolisierung in der Leber erreicht werden. Wenn auch unterschiedliche Arzneiformen für diese Applikationsform zur Verfügung stehen, haben sich die Transdermalen Therapeutischen Systeme (Transdermale Pflaster) aufgrund der Möglichkeit der exakten Steuerung der Wirkstoffdosierung durchgesetzt (Gröning et al., 2005). Zudem erreichen sie plateauähnliche Plasmaspiegelverläufe, deren Dauer teilweise bis zu sieben Tage aufrechterhalten werden kann. Folglich ergeben sich geringere Nebenwirkungen und Applikationsfrequenzen. Gegenüber der parenteralen Gabe von Arzneistoffen erlauben sie außerdem eine schmerzfreie und bequeme Anwendung (Prausnitz et al., 2008, Subedi et al., 2010).

Voraussetzung sowohl für die dermale als auch transdermale Wirkung ist die Passage des Stratum corneum. Da dieses jedoch aufgrund einer besonderen Organisation der interzellulären Lipide eine effektive Barriere gegenüber exogenen Substanzen darstellt, ist die Überwindung des Stratum corneum nicht ohne weiteres möglich (Neubert et al., 1996). Dies gilt besonders für Arzneistoffe mit einer Molekülgröße >500 Da und einem Verteilungskoeffizienten außerhalb des Bereiches von 10 bis 1000 (Daniels, 2004). Da jedoch eine Vielzahl der vorhandenen Arzneistoffe, insbesondere neuere Arzneistoffe, diese physikochemischen Eigenschaften aufweisen (Faller et al., 2011), kommt der Entwicklung penetrationsfördernder Methoden eine große Bedeutung zu. Die Aufnahme in oder durch die Haut kann dabei sowohl durch das Vehikelsystem als auch durch den Hautzustand reguliert werden. Aufgrund einer gegenseitigen Beeinflussung sollten beide Faktoren nicht isoliert betrachtet werden. Während der Hautzustand durch Einsatz chemischer Enhancer oder physikalischer Methoden verändert werden kann, bieten innovative Formulierungskonzepte sowohl eine gesteigerte Wirkstofflöslichkeit als auch eine verbesserte Penetration (Neubert et al., 1996).

Im Rahmen von Arbeiten mit einer Rührwerkskugelmühle wurde beobachtet, dass Cholesterol und Propylenglykol unter bestimmten Bedingungen eine halbfeste Formulierung bilden. Da in der Literatur von einem entsprechenden Verhalten dieser beiden Komponenten bisher nicht berichtet wird, ist es das Ziel dieser Arbeit, die Struktur dieser Zubereitung zu untersuchen. Zugleich sollen eine geeignete Herstellungsmethode etabliert und notwendige Bedingungen für die Ausbildung dieser Formulierung erfasst werden. Eine anschließende Untersuchung der Solubilisationseigenschaften sowie der Wirkstoffpermeation und der Wechselwirkung mit Stratum corneum-Lipiden soll die Eignung dieser Formulierung als ein innovatives Vehikelsystem zur topischen Applikation prüfen.


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