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Untersuchungen zum Nachweis der Wirksamkeit afrikanischer Arzneipflanzen gegen Trypanosomen

Aderbauer, Birgit - Freie Universität Berlin (2010)


Rund 60 Millionen Menschen aus 37 Ländern Afrikas stehen unter dem ständigen Risiko der unbehandelt tödlich verlaufenden Schlafkrankheit. Die Viehseuche Nagana ist der Hauptgrund, warum neun Millionen Quadratkilometer, das heißt etwa die Hälfte des kultivierbaren Landes in Afrika nicht für intensive Viehzucht genutzt werden kann. Die Krankheit wird bei Mensch und Tier durch mehrere Trypanosomenarten hervorgerufen, die hauptsächlich mit konventionellen Arzneistoffen behandelt werden, in manchen Fällen auch mit traditionell verwendeten Heilpflanzen. Da es zahlreiche Probleme mit der derzeit verfügbaren Therapie mit konventionellen Arzneistoffen gibt, war Ziel dieser Arbeit, die Wirkung einiger dieser Heilpflanzen besser beurteilen zu können und deren Anwendbarkeit nach Möglichkeit zu optimieren.

Dabei wurden 47 Dichlormethanextrakte von Pflanzenteilen aus 37 Heilpflanzenarten im in vitro Modell an dem Erreger Trypanosoma brucei brucei auf ihre trypanozide Aktivität untersucht. 13 Extrakte zeigten Aktivität mit MHK-Werten von ≤ 100 µg/ml. Sechs Extrakte wiesen MHK-Werte von 50 µg/ml auf und wurden in einem in vivo Test an Mäusen weiter untersucht. Dabei konnten der Blattextrakt von Guiera senegalensis und der Wurzelextrakt von Securidaca longepedunculata die Parasitämie zuvor mit T. b. brucei infizierter Mäuse um 41 beziehungsweise 49 % reduzieren.

Die anschließende phytochemische Untersuchung der Wurzel von S. longepedunculata zeigte, dass für die festgestellte therapeutische Wirkung die reichlich vorkommenden Saponine eine interessante Rolle spielen. Die Wirksamkeit von Saponinen gegen Trypanosomen wurde in den letzten 40 Jahren nicht dokumentiert. Ein erster Vergleich mit bereits bekannten Saponinen zeigt, dass eine gewisse Selektivität der in dieser Arbeit isolierten Saponinfraktion gegeben ist.

Als Nebenprodukt aus der aktivitätsgeleiteten Fraktionierung konnte aus der Wurzel von S. longepedunculata ein Saccharose-Derivat isoliert werden, das bisher nur in der Stammrinde gefunden wurde. Während des in vivo Versuchs konnte als interessanter Nebeneffekt ein Anstieg der Parasitämie auf das 2,7-fache nach Behandlung mit dem Extrakt der Stammrinde von Acacia nilotica festgestellt werden. Dies deutet auf einen bisher unbekannten immunsuppressiven Effekt des Extraktes hin.


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