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Labor Blog

29.07.2016

Spinat rehabilitiert!


Über viele Jahrzehnte galt Spinat als die Eisenquelle schlechthin. Nicht wenige Kinder waren glücklich, als sich der hohe Eisengehalt als wissenschaftlicher Irrtum herausstellte und sie endlich die grüne Pampe auf ihrem Teller liegen lassen konnten. Schließlich kam das Gemüse sogar wegen seines hohen Gehaltes an Nitrat, das sich im Körper in gesundheitsschädliches Nitrit bzw. krebserregende Nitrosamine umwandten kann, in Verruf.

Nun haben Wissenschaftler der Uni Hohenheim und des Universitätsklinikums Würzburg in einer Studie herausgefunden, dass dem grünen Blattgemüse durchaus positive gesundheitliche Effekte zuzuschreiben sind.

Pflanzliches Nitrat wird in Verbindung mit Vitamin C, das meist in ausreichender Menge im Gemüse vorhanden ist, nicht in gesundheitsschädliche Nitrosamine umgewandelt. Aber nicht nur das: Die Studie belegt eine "deutliche und statistisch signifikante Verbesserungen bei den Zahnfleischentzündungen" der teilnehmenden Patienten bereits nach zwei Wochen. Allerdings verwendeten die Forscher in ihrer Studie keine Gemüsebeilage, sondern verabreichten den Spinat als Salatsaftgetränk. Den Wirkmechanismus erklären die Forscher damit, dass mit der Nahrung aufgenommenes Nitrat über die Speicheldrüse in den Speichel abgegeben wird und das dort entstehende Nitrit antimikrobiell wirkt.

Die Studie wird sicher nicht nur die Diskussion um nitrathaltige Gemüse anregen, sondern auch in der einen oder andern Familie am Essenstisch diskutiert werden. Des einen Freud, des andern Leid könnten man sagen!

Da ich ein ausgesprochener Spinat-Fan bin, wird dieses Gemüse - gekocht oder als Salat - sicher weiterhin häufig unseren Speiseplan bereichern. Jetzt kann ich argumentieren: "Damit wir auch morgen noch kraftvoll zubeißen können".

—> Zur Originalstudie

Autor: Anke Fähnrich


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