Unsere Seite auf

Labor Blog

21.07.2016

Stromverschwendung im Internet stoppen!


Das digitale Zeitalter hat in den letzten beiden Dekaden unser Leben radikal verändert. Man kann heute nur mutmaßen, wie viele Kern-/Kohlekraftwerke und andere Energieträger täglich nur für den Betrieb der Abermillionen Webseiten, Server, PCs, Handys etc. am Netz sind, um den nötigen Strom zu liefern. Aber ist das alles in dieser Form nötig? Ich denke nicht.

Das Problem ist aus meiner Sicht die "Flatrate-Mentalität", die in unserer Zeit immer mehr dominiert. Nutzer haben überall Flatrates für eine Verbindung zum Internet und das übertragene Datenvolumen. Es gibt zwar manchmal - je nach Vertrag - insbesondere bei mobilen Verbindungen Limits oder Drosselungen ab einem bestimmten Datenvolumen, aber die erreicht man in der Regel nicht so schnell. Oder man legt 5 Euro drauf und hat mehr Kapazität. Und wer eine Webseite betreibt, erreicht heutzutage auch bei sehr geringen Kosten pro Monat eigentlich nie die vom Provider vorgegeben Limits.

Das alles hat zur Folge, dass uns die übertragenen Datenmengen weitgehend egal sind, das einzige Limit ist vielleicht noch die Übertragungsgeschwindigkeit. Wir verschicken daher oft Mails mit riesigen Anhängen (> 10 MByte), bei denen vielleicht teilweise auch ein Link gereicht hätte, den der Empfänger bei Interesse anklickt (oft hat er dies gar nicht). Oder wir verschicken solche Riesenmails gleich an Hunderte Empfänger, wie ich es bei beispielsweise bei Pressemitteilung oft erlebe (die dann teilweise völlig irrelevant für uns sind oder reine Werbung enthalten). Alleine dafür müsste mal jemand den Stromverbrauch ausrechnen!

Es wäre so einfach, vieles davon zu vermeiden oder zu reduzieren, z.B. durch Komprimierung von Bildern, Word-Dateien etc. Aber da das ja alles nichts kostet und die Datenleitungen immer schneller werden, kümmert sich kaum einer darum, denn es ist manchmal mühsam oder kostet Zeit, die wir ja immer weniger haben. Ich nenne dieses Verhalten gerne "digitale Umweltverschmutzung" und beschwere mich manchmal bei den Versendern. Leider erntet man dafür oft nur Unverständnis. Noch im Modem- oder ISDN-Zeitalter kurz vor dem Millennium wäre niemand auf die Idee gekommen, so zu agieren.

Aber auch die meisten Webmaster und Agenturen sind nicht viel besser. Viele Webseiten enthalten überflüssige HTML-Code oder Kommentare, Bilder sind nicht komprimiert, aufwändige Animationen interessieren kaum jemanden und werrden bei jedem Seitenbesuch geladen. Auch das interessiert alles niemanden so richtig, weil man sich bei Performance-Problemen dann einfach einen schnelleren Server mietet, der meistens nicht mehr als der alte kostet, eher sogar weniger. Dass Google schnelle, optimierte Seiten und eine höhere Keyword-Dichte mit besseren Rankings belohnt, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Vielleicht testen Sie Ihre Seite mal mit dem PageSpeed-Tool (s.u.) oder misten ihre Seitentemplates aus?

Wir von ANALYTIK NEWS versuchen an beiden Fronten mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir vermeiden unnötige große Anlagen, insbesondere bei Serienmails. Wir haben unsere Newsletter optimiert und verzichten dort fast vollständig auf Bilder. Und unsere Webseiten liegen auf einem Server, der mit regenerativen Energien betrieben wird. Wir komprimieren Bilder, verzichten auf unnötigen Quellcode, nutzen wo es geht Komprimierung wo es geht und optimieren alle Seiten hinsichtlich der übertragenen Datenmenge.

Das führt dazu, dass unsere Seiten egal auf welchem Gerät und egal wo auf der Welt, immer extrem schnell geladen werden. Wir sind daher keine "digitalen Umweltverschmutzer", wie so viele andere. Und Google belohnt uns dafür sogar ein bisschen mit besseren Rankings ...

—> Google PageSpeed Tool

Autor: Dr. Torsten Beyer


—> Kommentieren


Rainer Mattner10.08.2016 um 16:36:46

Sehr geehrter Herr Dr. Beyer,

ein an sich interessanter Beitrag von Ihnen. Doch leider ohne jegliche fundierte Substanz. Spart Ihre Webseite wirklich Strom ein, oder sind das nur leere Behauptungen? Schön wäre es, wenn Sie Ihren Beitrag mit Quellen hinterlegen würden, wie denn der Stromverbrauch eines Servers oder eines PCs von der Größe der zu ladenden Webseite abhängt. Gibt es da überhaupt einen Zusammenhang?

Herzlichst Ihr Rainer Mattner


Dr. Torsten Beyer10.08.2016 um 17:31:55

Sehr geehrter Herr Mattner,

leider ist das nicht trivial: wir wollen hier die Aktivitäten von vielen Millionen Internet-Nutzern auf unzähligen Webseiten weltweit auf einen einzelnen Server und eine Webseite herunter brechen, wobei schon diese Zahlen genau niemand kennt.

Je mehr Daten transferiert werden, sei es durch unnötig große Mailanhänge oder nicht optimierte Webseiten, desto mehr der vorhandenen Gesamtkapazität verbraucht jede solche Aktion.

Bildlich können Sie sich das wie bei einer Wasserleitung vorstellen. Irgendwann ist die Kapazität erschöpft, wenn immer mehr Wasser durchfließt und die Fließgeschwindigkeit sinkt. Genauso wäre es im Internet, wenn nicht immer bessere Leitungen und Verteilerstationen mit mehr Kapazität verlegt würden. Und diese Infrastruktur verbraucht immer mehr Strom. Da wir aber für alles Flatrates haben, interessiert das keinen, weil die Kosten auf alle Nutzer umgelegt werden.

Es ist für mich aber dennoch eine unnötige Umweltverschmutzung und jeder für sich kann etwas dazu beitragen, dass wir nicht immer mehr Leitungskapazitäten brauchen.



Abonnieren:

Empfehlen: