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Labor Blog

30.06.2016

Ungenutzte Profile in sozialen Netzwerken bitte löschen!


Wer selbst aktive soziale Medien wie XING oder LinkedIn im geschäftlichen Umfeld nutzt, der kennt das Problem: ein nicht unerheblicher Prozentsatz der dort vorhandenen Profile ist verwaist. Entweder werden sie nicht mehr genutzt oder wurden irgendwann einmal angelegt, aber nie mit Inhalten gefüllt.

Man erkennt solche Profile daran, dass nicht der aktuelle Arbeitgeber angegeben ist oder man keine Antwort auf Projekt- oder Kontaktanfragen bekommt. Auch ist die Zahl der Kontakte sehr gering und ein Foto oder weitere Informationen zur Personen fehlen komplett oder sind sehr rudimentär. Ein Profil ohne aktuelles Foto ist übrigens an sich schon sinnlos!

Im privaten Bereich (z.B. Facebook) mag das weniger schlimm sein. Aber: im geschäftlichen Umfeld kann sich eine derartige Präsenz durchaus negativ auswirken, genauso wie ein nicht aktuelle Webseite - auch wenn viele das vielleicht unterschätzen! Wenn jemand Anfragen ignoriert oder das ganze unprofessionell wirkt, dann ist der nächste Wettbewerber in beiden Fällen nur einen paar Mausklicks entfernt. Ich könnte spontan eine größere zweistellige Zahl von Personen hier auflisten, die ihr Profil nicht oder nicht mehr pflegen. Und von Dubletten und gefälschten Profilen will ich gar nicht reden.

Verwaistes ProfilDie krassesten Beispiele sind Accounts, die seit mehreren Jahren bestehen, aber keinerlei Inhalte aufweisen wie das abgebildete Beispiel zeigt. Die Frage ist, was mir der Autor damit sagen will? Vielleicht:

  • Bitte kontaktieren Sie mich nicht hier, denn ich antworte Ihnen sowieso nicht!
  • Seht her liebe Geschäftsfreunde, ich konnte selbst ein Profil hier anlegen!
  • Ich bin chaotisch organisiert und weiß gar nicht mehr, wo ich überall ein Profil angelegt habe!

Daneben gibt es in sozialen Netzwerken leider teilweise auch Profile von Verstorbenen, die nicht gelöscht werden, denn Automatismen oder regelmäßige Prüfungen gibt es hier in der Regel nicht.

Und die Betreiber solcher Plattformen haben eigentlich auch gar kein Interesse an einer Bereinigung Ihrer oft mehreren Millionen Profile, da Werbekunden nur an der bloßen Zahl der Profile interessiert sind. Ob davon ein deutlicher zweistelliger Prozentsatz überhaupt nicht (mehr) genutzt wird, wird dabei gar nicht hinterfragt. Das gleiche gilt übrigens auch für E-Mailverteiler, die nie bereinigt werden. Denn große Zahlen lassen sich immer besser verkaufen als kleine und prüfen kann es ja in der Regel auch keiner. Dabei wäre es doch so einfach, zumindest theoretisch: Wer sein Profil nicht einmal pro Monat (oder Quartal) aufruft, dessen Account wird deaktiviert und er muss das Profil manuell reaktivieren. Ebenso könnten die Betreiber unvollständige Profile irgendwann automatisch deaktivieren und auch im Fall von Profilen Verstorbener gäbe es Lösungen, beispielsweise dass ein Profil 1x pro Jahr bestätigt werden muss. Aber das alles würde dazu führen, dass die Netzwerke massiv an Nutzern und damit Werbeeinnahmen verlieren!

Was wäre eine Lösung?

Da die Betreiber sozialer Plattformen in der Praxis Wenig bis Nichts unternehmen, da sie ihrem Geschäftsmodell nicht schaden wollen, können nur die Nutzer oder die Werbekunden handeln: Wenn Sie irgendwo ein Profil haben, dann löschen Sie es, wenn Sie es nicht (mehr) nutzen, sonst kann es ihrer Person oder ihrem Unternehmen schaden. Und weisen Sie Geschäftspartner auf veraltete Profile hin, in der Hoffnung, dass sie diese dann aktualisieren oder löschen. Und wenn Sie bei solchen Plattformen werben, dann stellen Sie unangenehme Fragen oder nennen den Betreibern konkrete Beispiele für Karteileichen.

Aber das alles ist wahrscheinlich nur ein frommer Wunsch. Der Datenmüll im Internet wächst leider exponentiell ...

Autor: Dr. Torsten Beyer


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